Die wirklichkeitsleugnende Lobhudelei des Bundespräsidenten über „Das Wort zum Sonntag“

vor 9 Monaten

Die wirklichkeitsleugnende Lobhudelei des Bundespräsidenten über „Das Wort zum Sonntag“
Bildquelle: Tichys Einblick

Das „Wort zum Sonntag“ ist nach der „Tagesschau“ das zweitälteste Format des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Im November 2024 feierten 120 hohe Vertreter aus Politik, Kirchen, Medien und Gesellschaft sein 70-jähriges Bestehen in München.

Eine Festrede hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dieser lobte in höchsten Tönen das vierminütige „Wort zum Sonntag“, das wöchentlich von circa 1 Million Zuschauern gesehen wird. Steinmeier sagte:

„Das Wort zum Sonntag wirft ethische und gesellschaftlich relevante Fragen auf, entwickelt Gedanken – mit Ruhe und in einer warmen und sorgsamen Sprache. Das können wir heute, in einer Zeit, in der wir eine zunehmende Verrohung der Sprache nicht nur in den sogenannten sozialen Medien erleben, gar nicht hoch genug schätzen! Eine Demokratie braucht Debatten, aber wir müssen diese Debatten mit Respekt vor dem anderen führen. Wenn wir diesen Respekt nicht bewahren, wenn immer mehr Hetze und Diffamierung unsere Debatten prägen, ist letztlich unsere Demokratie gefährdet. Umso wichtiger ist ein Anker wie das Wort zum Sonntag, das sich dieser Enthemmung in der Sprache, im Diskurs entgegenstellt.“

Gut und böse werden von Steinmeier klar und dualistisch voneinander getrennt und verortet: Auf der guten Seite steht das „Wort zum Sonntag“ der ARD, ein Anker der „warmen und sorgsamen Sprache“; es zeichnet sich laut Steinmeier durch Debatten mit Respekt vor dem Gegner aus.

Auf der anderen Seite stehen die sozialen Medien mit einer „Verrohung“ und „Enthemmung“ der Sprache. Sie sprühen vor „Hetze“ und „Diffamierung“ und gefährden unsere Demokratie.

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