Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Bundesamts hervor, über die Reuters berichtet. Demnach registrierten die Amtsgerichte im Jahr 2025 insgesamt 24.064 Insolvenzanmeldungen von Unternehmen. Das entspricht einem Anstieg von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wirtschaftsexperten sehen darin ein weiteres Zeichen für die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft. Es ist der höchste Wert seit 2014.
„2025 war ein besonders schwaches Jahr für Deutschland als Wirtschaftsstandort“, erklärte Volker Treier, Chefanalyst beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK), laut Reuters. Rein statistisch bedeute dies, dass in Deutschland durchschnittlich alle 20 Minuten ein Unternehmen Insolvenz anmelden musste. Treier mahnt auch für das laufende Jahr 2026 wenig Anlass zur Entspannung an: Viele Unternehmen stünden weiterhin unter Druck durch schwaches Wachstum, hohe Kosten und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen, so Treier laut Reuters.
Die Entwicklung hängt auch mit der wirtschaftlichen Lage zusammen. Nach zwei Jahren Rezession verzeichnete Deutschland im vergangenen Jahr nur ein schwaches Wachstum. Diese schwache Konjunktur habe dazu beigetragen, dass mehr Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten seien. Einige Wirtschaftsforscher erwarten jedoch, dass sich die Lage im Laufe des Jahres leicht verbessern könnte. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die Energiepreise wieder stabilisieren. Diese waren zuletzt im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran stark gestiegen.
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