Ein Stadtbild ist nicht nur aus Beton und Glas gebaut, sondern aus Begegnungen und dem Respekt, den wir einander entgegenbringen. Wer glaubt, man könne all das ausblenden, was nicht ins eigene Bild passt, verkennt: Demokratie lebt von Vielfalt.
Die Debatte über das Stadtbild in Deutschland wurde nicht durch die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz ausgelöst. Vielmehr war sie längst überfällig. Es geht nicht nur um Beton oder Straßengestaltung – unsere Gesellschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, in dem Konflikte aufbrechen, wo Miteinander nicht selten dem Gegeneinander weicht, wo bestimmte Meinungen und Erfahrungen diskreditiert werden, auch durch Einschüchterung.
Während linke Kräfte zu Demonstrationen gegen Rechts aufrufen und sich als die Verfechter einer offenen Gesellschaft verstehen, fehlt oft der konstruktive Austausch über die realen Probleme auf der Straße und in unserer Gesellschaft.
Als junge Frau Anfang 20 erlebe ich diese Probleme täglich, wenn ich durch die Bonner Innenstadt gehe. An U-Bahn-Stationen werde ich von jungen Männern angesprochen, die kein Deutsch sprechen, mich anstarren, auf meinen Körper fixiert sind oder mich beobachten. Worte wie „geil“ fallen, Lippen werden geleckt, sie stellen sich mir in den Weg. Häufig sind diese Begegnungen begleitet von Marihuana- oder Alkoholgeruch.
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