Die Stadt Kiel hat beschlossen, dass in allen Neubauten von Schulen mindestens eine sogenannte „genderneutrale Toilette“ eingerichtet werden soll, wie die Kieler Nachrichten berichteten. Auch in allen Altbauten, in denen es baurechtlich möglich ist, soll eine solche Unisex-Toilette eingebaut werden. Ursprünglich hatte der Junge Rat Kiel, der städtische Jugendbeirat, gefordert, dass alle Schulen mit „gendergerechten“ Toiletten ausgestattet werden. SPD und Grüne hatten die Forderung aufgegriffen und einen Antrag eingebracht.
Die Toiletten dürfen jedoch von der Stadt nur gebaut werden, wenn die vorgeschriebene Mindestzahl von Mädchen- und Jungentoiletten vorhanden ist. In Schulen, in denen ein Umbau nicht möglich ist, sollen teils bestehende Toilettenräume umgewidmet werden. Die Stadt als Trägerin soll Schulen, bei denen ein Umbau nicht möglich oder nicht geplant ist, „aktiv dabei unterstützen“, bestehende Toiletten in Unisex-Toiletten umzuwidmen, heißt es im Antragstext.
Dazu soll die Schule als Trägerin entsprechende Anträge bei den Schulkonferenzen einreichen. Die Stadt hat diese Antragsänderung mit Stimmen der Grünen und der SPD durchgesetzt. Die AfD und die CDU enthielten sich, die Linke und „Die Partei“ stimmten dagegen. „In der Vergangenheit hat es an Kieler Schulen immer wieder non-binäre Jugendliche gegeben, die den ganzen Schultag nicht auf die Toilette gehen konnten, weil sie sich auf dem Jungs- oder Mädchenklo unwohl fühlten“, sagte Lovis Eichhorn vom Jungen Rat gegenüber den Kieler Nachrichten.
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