Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat die staatliche Unterstützung des privaten, kommerziell ausgerichteten Ludwig-Erhard-Gipfels gestrichen. Er begründete das damit, dass es sich um eine Grauzone handle, „insbesondere das sehr offensive Anbieten auch von den Kontakten über den Staatsempfang, der da genannt wurde“.
Das Familienunternehmen des Kulturstaatsministers im Kanzleramt, Wolfram Weimer, hatte die Teilnahme an den Staatsempfängen als besonderen Höhepunkt des Lobbytreffens am Tegernsee vermarktet. Doch Fragen dazu, wie dieses Geschäft zulasten des bayerischen Steuerzahlers funktioniert hat, will Söder nicht beantworten. Seine Staatskanzlei verweigert Auskünfte hartnäckig. Apollo News ist deshalb vor Gericht gezogen.
Seit 2022 lud die Bayerische Staatsregierung im Rahmen von Weimers jährlichem Ludwig-Erhard-Gipfel zum feierlichen Empfang. Im Programm, mit dem die Weimer Media Group um zahlungskräftige Kundschaft warb, wurde diese Abendveranstaltung stolz angekündigt: „20.00 Uhr – Staatsempfang der Bayerischen Staatsregierung (auf gesonderte Einladung)“. Die bislang ungeklärte Frage ist, wie diese gesonderten Einladungen zustande kamen: Wer setzte die Namen auf die Gästeliste – der gastgebende Freistaat oder das davon profitierende Privatunternehmen der Eheleute Weimer? Und vor allem: Konnten sich Gipfelteilnehmer den Zutritt zum Staatsempfang erkaufen?
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