Landkarten, von denen Israel getilgt wurde, ein Mädchen mit Kopftuch, das behauptet, Muslime würden in Deutschland „aussortiert und massakriert“: In der CDU-regierten deutschen Hauptstadt haben Antisemiten am Sonntag ein Fest „für die ganze Familie“ gefeiert – gefördert von eben jener CDU-Regierung von Bürgermeister Kai Wegner. Brisant ist auch der Zeitpunkt der Veranstaltung, nur zwei Wochen nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem Antisemitismus mit Tränen in den Augen eine Kampfansage erteilte.
Das „Unity Fest“, das Berlin am Sonntag feierte, war angekündigt als ein „Fest der jungen Muslime – von uns, für alle“, als Familien-Fest. Wen man ausdrücklich nicht dort haben wollte, machte man trotzdem schnell klar: Auf einem T-Shirt, das Besucher auf der Veranstaltung käuflich erwerben konnten, war eine Landkarte abgebildet, auf der Israel nicht mehr existiert.
Auf NIUS-Anfrage zu den Kosten der Veranstaltung teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie nun mit: „Das Projekt „Unity Fest“ wurde im Rahmen des Jugendbudgets des Programms „Stark gemacht! Jugenddemokratiefonds Berlin“ bewilligt. Hier entscheiden junge Menschen eigenverantwortlich über Vorhaben bis zu einer Höhe von 20.000 Euro.“
Ein Stand auf dem „Unity Fest“ verkaufte T-Shirts, auf denen Israel von der Landkarte getilgt ist.
Weiter heißt es: „Zu dem von Ihnen angesprochenen Vorfall im Rahmen der Veranstaltung findet derzeit eine umfassende Prüfung statt. Dabei stehen wir auch in engem Austausch mit dem Träger sowie der Stiftung, um den Sachverhalt umfassend aufzuklären.“ Im Mittelpunkt stehe die Frage, ob die geförderte Maßnahme gegen die Förderrichtlinien des Programms „Stark gemacht! Jugenddemokratiefonds Berlin“ verstoßen habe. „Nach aktuellem Stand war das fragliche Angebot (das Israel-freie T-Shirt, d. Red.) nicht Bestandteil der eingereichten Antragsunterlagen.“
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