Es ist die Schlagzeile des Tages in Ungarn: Der investigative Journalist Szabolcs Panyi, der eben „enthüllte”, Außenminister Péter Szijjártó habe während des letzten EU-Gipfels mit dem russischen Außenminister telefoniert, soll „einem Geheimdienst” Szíjjártós vertrauliche Telefonnummer gegeben haben.
So beginnt ein Bericht in der Online-Ausgabe des regierungsnahen Mediums „Mandiner” (der Transparenz halber: Ich bin dort stellvertr. Chefredakteur der Print-Ausgabe, habe aber an der Entstehung des Artikels nicht mitgewirkt). Quelle: Eine anonym zugespielte Tonaufnahme eines Gesprächs zwischen Panyi und einer nicht näher identifizierten Frau, auch das Datum ist nicht klar.
In diesem Mitschnitt sind die folgenden Dinge zu hören: Panyi sagt, er stehe in Kontakt mit einem „ausländischen Dienst”, gemeint ist dabei Geheimdienst. Dem habe er zwei Telefonnummern weitergegeben, die von Außenminister Péter Szijjártó, und die der Dame, mit der er gerade spricht. Bizarrerweise sagt er, dass er diese beiden Nummern von der Dame selbst erbeten habe, um sie dann weiter zu geben. Seine ausländischen Kontaktleute hätten daraufhin bestätigt, dass sie ebenfalls diese beiden Nummern kennen.
Panyi wird von der Frau gefragt, um welches Land es sich denn handelt, worauf er antwortet: „Das darf ich nicht sagen”. Er bittet sie dann, mit niemandem hierüber zu sprechen.
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