In seinen besseren Zeiten reimte Günter Grass: „Wer lacht, der macht Verdacht, dass er aus Gründen lacht.“ Das passierte kürzlich auf der Arbeitgebertagung bei der Rede der SPD-Vorsitzenden und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. Zur Erinnerung: Zur (in Wirklichkeit illusionären) Festschreibung des Rentenniveaus bis 2031 und darüber hinaus erklärte die Politikerin in ihrer Rede: „Wir finanzieren diese Haltelinie aus Steuermitteln. Sie belasten damit die Beitragszahler nicht.“
Als darüber Gelächter im Auditorium aufkam, meinte sie: „Das ist überhaupt nicht lustig.“ Das stimmt sogar. Eigentlich müsste dieses Volkswirtschaftsverständnis trübe stimmen. Bei den allermeisten Beitrags- handelt es sich auch um Steuerzahler, für die es nur eine untergeordnete Rolle spielt, auf welchem Weg ihr Geld in die Rentenkasse gelangt.
Bas‘ Spruch erinnert an den berühmten Satz des damaligen französischen Präsidenten Francois Hollande: „Das kostet Sie nichts, das bezahlt der Staat.“ Ähnlich wie die heutige Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU): „„Guten Morgen – ein Tipp für die Frühaufsteher: Um 7.15 Uhr spreche ich im Live-Interview mit dem Deutschlandfunk über die Flüchtlingsfrage und wer für die Kosten aufkommt. Der Steuerzahler jedenfalls nicht – der Bund hat gut gewirtschaftet!“ Auch Robert Habeck meinte als Wirtschaftsministerganz ähnlich, die Stromkunden seien um die EEG-Umlage entlastet worden: „Die übernimmt der Staat.“ Aber im grauen November und angesichts der ohnehin depressiven Stimmungslage entschieden sich Bas‘ Zuhörer sich für allgemeine Heiterkeit.
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