Die Empörung ist inzwischen ein Ritual: Erst wird ein Gegner zur Filz-Zentrale erklärt, dann wird mit moralischem Hochdruck gepredigt, als ginge es um die Rettung des Abendlandes. Nur dumm, wenn die Lupe sich dreht und plötzlich dort hängen bleibt, wo man sie nie sehen wollte: bei den eigenen Reihen, den eigenen Netzwerken, den eigenen bequemen Regeln.
In Schwerin kocht genau diese Debatte hoch. Mehrere Fälle, in denen Verwandte von SPD-Abgeordneten von Parteifreunden beschäftigt werden, lassen die Opposition von Vetternwirtschaft sprechen. Der CDU-Landesvorsitzende Daniel Peters hält den Finger direkt in die Wunde: Was man der AfD in Sachsen-Anhalt vorwerfe, kenne man in Mecklenburg-Vorpommern längst aus SPD-Strukturen.
Der FDP-Abgeordnete David Wulff formuliert es schärfer und trifft damit den Kern: Wie viele familiäre und politische Überschneidungen braucht es noch, bis man von struktureller Selbstbedienung sprechen muss. Für Bürger entstehe der Eindruck eines SPD-Filzes, bei dem Kontrolle und Distanz auf der Strecke bleiben. Das ist nicht nur eine Stilfrage, das ist eine Vertrauensfrage.
ERFURT: Beben bei AfD-Parteitag! Macht verschiebt sich! Eskalation bei Protesten I WELT STREAM











