In einer Videobotschaft hatte Boris Pistorius Ende November seine Kanzlerkandidatur ausgeräumt und somit den Weg für Olaf Scholz freigemacht. Der amtierende Bundeskanzler galt für zahlreiche SPD-Mitglieder nicht als Favorit für die kommende Bundestagswahl am 23. Februar. Laut dem Tagesspiegel reichten diese Zweifel sogar bis in die obersten Parteispitzen: Lars Klingbeil selbst soll Scholz einen Verzicht nahegelegt haben.
Der Bundeskanzler wurde demnach mindestens zweimal von Klingbeil über diese Möglichkeit konsultiert. Doch die Ersuchen des SPD-Vorsitzenden blieben bei Scholz offenbar ungehört. Auf Anfrage der Zeitung wies Klingbeil dieses Vorgehen zurück: „Ich dementiere die Meldung. Die Darstellung ist falsch“, hieß es in einer kurzen Antwort. Was genau Klingbeil dementierte, blieb unklar.
Innerhalb der Partei herrschte nach dem Ampel-Aus am 6. November tatsächlich Uneinigkeit über die Kanzlerkandidatur der SPD. Zahlreiche Genossen zogen eine Kandidatur von Verteidigungsminister Pistorius vor, der in besagter Videobotschaft am 21. November dann aber offiziell bekannt gab, nicht als Spitzenkandidat der SPD ins Rennen gehen zu wollen (Apollo News berichtete).
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











