Sozialistisch, antisemitisch, populistisch – wie Großbritanniens Grüne nach der Macht greifen

vor 2 Monaten

Sozialistisch, antisemitisch, populistisch – wie Großbritanniens Grüne nach der Macht greifen
Bildquelle: Apollo News

Die politische Landschaft in Großbritannien wird nicht nur durch Nigel Farages Reform Party aufgemischt, auch auf linker Seite droht eine Partei, die jahrzehntelange Dominanz der konservativen Tories und Labours abzulösen: Zack Polanskis Green Party gelang in den vergangenen Monaten ein kometenhafter Aufstieg in die höchsten Sphären der britischen Politik – hauptsächlich durch eine radikale, ökosozialistische und israelfeindliche Politik, die besonders Studenten und die migrantische Bevölkerung in Englands Großstädten mobilisiert. Damit hat die Partei überraschend großen Erfolg.

Seit ihrer Entstehung im Jahr 1973 – damals noch als PEOPLE Party – durchlebten die britischen Grünen mehrere Phasen und blieben jahrzehntelang als ökologische Nischenpartei bestehen. Einen ersten Erfolg verbuchten sie Ende der 80er-Jahre, als sie bei der Europawahl 15 Prozent der Stimmen in Großbritannien erhielten. Zwar reichte es aufgrund des britischen First-Past-the-Post-Systems für keinen Sitz, die Grünen erlebten jedoch nach fast zwei Jahrzehnten ihres Bestehens Anerkennung auf nationaler Ebene. Bis zum ersten Sitz im britischen Unterhaus sollte es dennoch fast zwei weitere Jahrzehnte dauern. Erst 2010 gelang es einer Abgeordneten, eine Wahl zu gewinnen und ins Parlament einzuziehen.

Ideologisch durchliefen die Grünen bis dahin mehrere Phasen. Anfangs war die Partei noch mit der grünen Bewegung in Deutschland vergleichbar: Sie verstand sich als basisdemokratische Anti-Establishment-Partei, in deren Weltanschauung Umwelt- und Naturschutz im Zentrum standen. Über die Jahrzehnte passte sie ihre ideologische Ausrichtung jedoch dem gesellschaftlichen Zeitgeist an. Umweltschutz wurde zunehmend mit progressiven sozialpolitischen Fragen verbunden. Eine migrationsfreundliche Haltung, liberale Drogenpolitik und der Einsatz für Minderheitenrechte rückten stärker in den Vordergrund und ergänzten die klassischen ökologischen Kernthemen.

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