„Solidaritätspool“ der EU: Deutschland behält tausende Dublin-Migranten aus Griechenland

vor 7 Monaten

„Solidaritätspool“ der EU: Deutschland behält tausende Dublin-Migranten aus Griechenland
Bildquelle: Tichys Einblick

Vor einem Monat hatten Alexander Dobrindt und der griechische Migrationsminister Thanos Plevris ein schwieriges Treffen – das meinte zumindest die Korrespondentin der Deutschen Welle in Athen, Kaki Bali. Eigentlich seien die beiden Minister ja „Gesinnungsgenossen“. Plevris sei ohnehin mit einer Linie der migrationspolitischen Striktheit angetreten, wollte Griechenland zum „europäischen Land mit den strengsten Regeln zur illegalen Einreise“ machen. Das hat Plevris im Zuge der Ostlibyen-Kreta-Krise zum Teil umgesetzt. Er hat das Asylrecht ausgesetzt und die illegale Einreise dauerhaft zum Delikt mit Strafandrohung gemacht. Das bedeutet: Wer illegal nach Griechenland einreist und kein Asyl bekommt, wandert ins Gefängnis und darf dort auf seine Abschiebung warten.

Alexander Dobrindt habe ja ganz ähnliche Ideen, so Frau Bali aus Athen. Dobrindt wollte doch zehntausende Migranten nach Griechenland zurückschicken, die auf mehr oder weniger legal-illegalem Weg nach Deutschland gelangt sind. Allein die Zahl jener Migranten, die mit griechischem Flüchtlingspass nach Deutschland kamen, wird auf bis zu 60.000 geschätzt. Oft sind es Afghanen, die es in Griechenland wohl besonders ungemütlich haben – anders als Pakistanis, die dort über eine große und kraftvolle Community verfügen.

Sekundärmigration heißt das Phänomen: In Griechenland anerkannte Asylbewerber reisen nach Deutschland weiter und stellen hier einfach den zweiten Antrag – „Asyl à la carte“ nennt man das gemeinhin. Lange war umstritten, ob das möglich sein sollte. Nun scheint es entschieden, im Sinne der Migranten. Daneben geht es seit langem um die Dublin-Fälle, also Migranten, die in Griechenland registriert wurden, dann illegal nach Deutschland reisten und gemäß den Dublin-Regeln schon lange „rücküberstellt“ hätten werden müssen. Ihre Gesamtzahl scheint unbekannt. Bundesbehörden wollten allein im ersten Halbjahr 2025 mehr als 3500 Mal Dublin-Migranten nach Griechenland zurückschicken, was aber nur 20 Mal gelang.

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