Im Auftrag der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag hat Stefan Weber ein neues Gutachten über die Doktorarbeit des Ministerpräsidenten Mario Voigt erstellt. Das Ergebnis: 125 neue Fundstellen. Insgesamt soll es nun 265 Plagiatsfragmente geben. Von allen Seiten mit Fließtext sollen sich auf 53,8 Prozent der Seiten Plagiate befinden. Mit anderen Worten: Auf mehr als jeder zweiten Seite des Textes der Doktorarbeit befindet sich mindestens ein Plagiat.
Die TU Chemnitz hatte Voigt den Doktortitel einstimmig aberkannt. Dagegen hatte er Widerspruch eingelegt. Doch eine Begründung steht noch aus, wie Voigts Anwalt gegenüber der dpa sagte. Sie werde „demnächst“ nachgereicht, heißt es. Sobald die Begründung vorliegt, beginnt das Widerspruchsverfahren.
In dem neuen Gutachten legt Weber dar, dass Mario Voigt in 42 Fällen auf angeblich von ihm selbst geführte Experteninterviews verweist. Allerdings seien diese Passagen wörtlich oder sinngemäß aus anderen, nicht genannten Literaturquellen übernommen worden. Als Beispiel führt er eine Passage auf S. 86 der Dissertation an. Als Quelle weist Voigt ein Interview mit „Wallace“ aus dem März 2004 aus. Allerdings werden die Informationen in der gleichen Reihenfolge präsentiert wie in einem Aufsatz von Donald W. Beachler in dem Sammelband „Winning the White House“ von 2004.
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