So ungerecht werden die Fraktionssäle im neuen Bundestag verteilt

vor etwa 1 Jahr

So ungerecht werden die Fraktionssäle im neuen Bundestag verteilt
Bildquelle: NiUS

Die AfD erhält trotz zweitgrößter Fraktionsstärke nicht den zweitgrößten Sitzungssaal des Bundestags. Das haben die anderen Fraktionen der AfD mitgeteilt, erklärt sie. Es ist nicht das erste Mal, dass sich die AfD benachteiligt fühlt.

Auch die neue Regierung setzt den diskriminierenden Umgang mit der AfD fort. Obwohl die Partei mit 21 Prozent der Wählerstimmen und 24 Prozent der Sitze im Bundestag die zweitstärkste Fraktion stellt, wollen die anderen Fraktionen ihr nicht den zweitgrößten Sitzungssaal zugestehen, erklärte der parlamentarische Sprecher der AfD-Fraktion, Bernd Baumann, am Freitag in einem Video auf X.

Der Grund, warum die SPD an einem Saal festhält, den sie in Anbetracht ihrer minimierten Fraktionsgröße gar nicht mehr bräuchte, ist der Name, den sie ihm einst gegeben hat. Der namensgebende Sozialdemokrat Otto Wels hielt 1933 vor der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes die sogenannte letzte freie Rede im Reichstag und erklärte, dass er und die SPD der NSDAP hierfür die Zustimmung verweigern würden. SPD-Chef Lars Klingbeil hatte schon kurz nach der Wahl betont: „Wir werden alles tun, damit der Otto-Wels-Saal fest in sozialdemokratischer Hand bleibt.“ Kurios ist dabei: offiziell heißt der Saal gar nicht Otto-Wels-Saal, lediglich die SPD nennt ihn so.

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