Das Foto ging um die Welt: Eine Mutter in Gaza hält ein Kind auf dem Arm, das nur noch Haut und Knochen ist. Von der New York Times über CNN und die BBC bis in deutsche Medien verbreitete sich das Foto rasend schnell – als angeblicher Beleg für das gezielte Aushungern der palästinensischen Bevölkerung in Gaza durch Israel. Zeit Online titelte über eine große Version des Bildes: „So sieht Hunger aus“.
Doch das Foto zeigt kein vom Hunger abgemergeltes Kind. Mohammed hat eine Krankheit, die sein Erscheinungsbild maßgeblich beeinflusst. So leidet der Junge unter anderem an Zerebralparese – eine Muskel-Krankheit, deren Patienten oft spindeldürr und abgemagert aussehen. Das geht aus seiner Krankenakte hervor – auch die Mutter des Jungen deutete dies in einem Bericht an.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Hamas chronisch beziehungsweise erbkranke Kinder als Propaganda-Motiv missbraucht – diese Methodik muss Journalisten spätestens nach zwei Jahren Gaza-Krieg bekannt sein. Doch rund um den Globus griffen Medien geradezu dankbar zu der Aufnahme als Illustration für ihre Vorwürfe gegen Israel.
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