Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina rücken näher, und mit ihnen wächst jene besondere Vorfreude, die Olympia so ausmacht: auf sportliche Höchstleistungen, auf emotionale Momente, auf Bilder, die um die Welt gehen. Olympia ist nicht nur ein Wettkampf, sie ist eine globale Bühne, auf der sich Nationen nicht nur sportlich, sondern auch symbolisch zeigen. Zu dieser Inszenierung gehört auch Kleidung. Nicht als Nebensache, sondern als visuelles Statement dessen, wie ein Land sich selbst versteht – oder verstanden werden möchte. Mit der Präsentation der deutschen Team-D-Kollektion für 2026 liegt nun ein solcher visueller Selbstentwurf vor. Und er fällt auffallend zurückhaltend aus.
Die Looks aus rund 70 Teilen umfassen funktionale Parkas, Jacken, Westen, Hosen und Layering-Teile, konzipiert für Kälte, Bewegung und Alltag. Die Farbpalette ist gedämpft: Schwarz, Grau, Weiß, vereinzelt zurückgenommenes Rot. Nationale Zeichen sind vorhanden, aber reduziert, fast vorsichtig eingesetzt. Die Schnitte sind gerade, körperfern, modular – so gestaltet, dass sie möglichst vielen Körpern passen und möglichst wenige Fragen aufwerfen.
Laura Nolte und Christoph Glötzner, Team D / Max Galys
Es ist Kleidung, die professionell wirkt, technisch sauber, gut verarbeitet. Man erkennt sofort den Anspruch an Funktionalität und Nutzbarkeit. Gleichzeitig fällt auf, was fehlt: jede Form von Statement oder erzählerischer Ambition. Diese Kollektion möchte nicht so wirklich auffallen, nicht dominieren, nicht wirken. Sie möchte funktionieren.
Das ist zunächst weder falsch noch überraschend. Und doch stellt sich eine Frage, die über Mode hinausgeht: Was bedeutet es, wenn ein Land auf einer so sichtbaren internationalen Bühne bewusst auf ästhetische Präsenz verzichtet?
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