„Sind Sie rechtsextrem?“: ZDF-Moderator Jan Böhmermann will die Karriere eines Polizei-Professors zerstören

vor 2 Monaten

„Sind Sie rechtsextrem?“: ZDF-Moderator Jan Böhmermann will die Karriere eines Polizei-Professors zerstören
Bildquelle: Apollo News

In der am Freitag ausgestrahlten Ausgabe des ZDF Magazin Royale geriet einmal mehr eine Personalie wegen ihrer politischen Ansichten ins Visier des Moderators Jan Böhmermann: der südafrikanischstämmige Professor Stephan Maninger, der an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Bundespolizei in Lübeck lehrt und dort an der Ausbildung angehender Polizeibeamter mitwirkt.

Böhmermann stellte Maninger in der Sendung als bornierten Rechtsextremisten dar, der sich in der Vergangenheit gegen ein Ende der Apartheid in Südafrika positioniert habe und deshalb nicht an einer öffentlichen Hochschule lehren solle. Die gegen Maninger erhobenen Vorwürfe sind keineswegs neu, sondern reichen mehrere Jahre zurück und wurden nun im Wesentlichen erneut aufgewärmt.

Ein Blick auf die Faktenlage zeigt, dass die schwerwiegendste Behauptung Böhmermanns, nämlich dass Maninger sich in seiner damaligen Rolle gegen ein Ende der Apartheid eingesetzt habe, nicht zutrifft und der Beitrag im Kern eine unseriöse Vernichtungskampagne ist. Böhmermann machte keinen Hehl daraus, dass mit der Sendung die Entfristung von Maningers Professur verhindert werden soll.

Dass die Sendung darauf ausgelegt war, Maninger in ein schlechtes Licht zu rücken, ließ bereits der Fragenkatalog erkennen, der ihm in der vergangenen Woche zuging und der Apollo News vorliegt. Die Anfrage, für die zunächst nur eine äußerst kurze Antwortfrist gewährt wurde, umfasste 37 Fragen und war mit provokanten Suggestivfragen durchsetzt. So wurde Maninger etwa gefragt: „Sind Sie rechtsextrem?“ oder: „Warum waren Sie Pressesprecher einer rechtsextremen Organisation?“

Zu der Recherche gehörte offenbar auch der Versuch, aktuelles Bildmaterial von Maninger zu beschaffen. Nach Darstellung seines Anwalts Ralf Höcker wurde er in der vergangenen Woche kurz nach dem Verlassen seines Büros von einem Kamerateam an einer Ampel abgepasst und gefilmt. Brisant ist das auch deshalb, weil es laut einer Mitteilung des Bundespolizeipräsidiums, die Apollo News ebenfalls vorliegt, Hinweise des Staatsschutzes auf eine mögliche Gefährdung Maningers gibt.

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