Die Aktivistin Leonie Löwenherz forderte die öffentliche Kastration von Christian Ulmen und „allen anderen Tätern“. In der Sendung ZDFUnbubble tauschte sie sich mit der Welt-Journalistin Dorothea Schupelius zum Thema Unschuldsvermutung und digitaler Gewalt aus. Das vollständige Gespräch ist auf YouTube zu sehen. Am Montag postete das ZDF einen Ausschnitt des Gesprächs auf Instagram, in dem Löwenherz betonte, dass die Unschuldsvermutung vor Gericht gelte, die Gesellschaft sich aber schon vor einer Verurteilung ein Urteil bilden könne.
„Ich will nicht, dass Christian Ulmen jetzt gecancelt wird. Ich will, dass er und alle anderen Täter an ihren großen Zehen auf den Marktplätzen dieser Nation aufgehangen und öffentlich krastriert werden“, hatte Löwenherz aufgebracht in einem Instagram-Video gesagt, als die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen bekannt wurden. Die 33-Jährige stellt sich im ZDF-Video als Historikerin und Autorin vor.
Die 29-jährige Welt-Journalistin Dorothea Schupelius sagt, dass sie die „Pauschalisierung von allen Männern als Tätern“ ablehne. Löwenherz hält dagegen, dass die „Gewalt gegen Frauen ein komplett normalisierter Teil unserer Gesellschaft“ sei. Schupelius sagt, dass sie das Gefühl habe, dass gerade in den sozialen Medien die Unschuldsvermutung oft vergessen werde. Dabei zeichne sich der Rechtsstaat dadurch aus, dass sich der Einzelne verantworten müsse und man nicht als Teil einer Gruppe abgeurteilt werde.
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