Sie sollen 250 Meter hoch werden: Riesen Ärger um Riesen-Windräder im Wahlkreis von Friedrich Merz – der Kanzler besuchte sogar die Baustelle

vor 12 Monaten

Sie sollen 250 Meter hoch werden: Riesen Ärger um Riesen-Windräder im Wahlkreis von Friedrich Merz – der Kanzler besuchte sogar die Baustelle
Bildquelle: NiUS

Sein Wahlkreis, der Hochsauerlandkreis, gilt noch immer als sicherer Rückzugsort von Kanzler Friedrich Merz. Hier muss er sich nur selten kritischen Stimmen stellen, sein Wahlkreis ist auch heute noch eine schwarze Hochburg. Kein Wunder also, dass der gebürtige Briloner gerne zu Besuch in seiner Heimat ist. Bei Wahlkreisterminen gibt er sich gerne naturverbunden, radelt von Ortschaft zu Ortschaft und betont die Schönheit seiner Wiesen und Wälder.

Doch mit dem Naturgenuss des Kanzlers wird es bald vorbei sein – nicht nur für Friedrich Merz, sondern auch für die allermeisten Sauerländer. Denn in der touristischen Hochburg vollzieht sich ein Wandel hin zur Windindustrielandschaft. Die bergigen Landschaftszüge stehen kurz davor, für riesige Windparks geopfert zu werden. Schon in wenigen Jahren werden die Höhenzüge des Sauerlandes überzogen sein von riesigen Windkraftanlagen, beginnend bei einer Höhe ab 250 Metern. Doch obwohl Merz öffentlich gerne betont, wie wichtig ihm der Schutz des Landschaftsbildes und der Natur ist, besuchte er vor zwei Wochen eine der größten Wind-Bausünden, einen Windpark bei Sundern, sogar noch öffentlichkeitswirksam.

Zuhause im Grünen: Mit der Naturschönheit, wie hier im Merz-Wohnort Niedereimer, ist es bald vorbei.

12 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 67 Megawatt werden dort am Standort Waldeshöhe aktuell vom Projektierer Trianel Wind und Solar GmbH gebaut. Bei der CDU Sundern Grund genug, das städtische Vorzeigeprojekt bei einem Besuch des Kanzlers gemeinsam mit ein paar Pressevertretern auch gleich zu besichtigen. Das Problem: Während Friedrich Merz für seine lokalen Unionskollegen schönes PR-Material für den angestrebten Windkurs produziert, ignoriert er nicht nur offensichtliche Naturzerstörung, sondern auch die Stimmen der Anwohner.

Peter Nuttebaum wohnt im Dorf Bönkhausen, das mit seinen wenigen Häusern nur wenige hundert Meter von den Anlagen entfernt ist. In Nuttebaums Umfeld machten sich schon länger Gerüchte breit, der Kanzler könnte vorbeischauen, um den Windpark zu besichtigen. Weil es keine öffentlichen Informationen dazu gibt, beginnt der IT-Unternehmer, sich bei lokalen Unionsmitgliedern umzuhören. Er, der vielen als Gegner der Anlagen bekannt ist, erhält allerdings keine Informationen zu dem Besuch. Im Gegenteil. Ihm wird mitgeteilt, eine Veranstaltung werde nicht stattfinden, weil der Kanzler aufgrund der Debatten um die Ukraine zu sehr beschäftigt wäre und nicht kommen könne.

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