Das Bundeskabinett will laut Tagesspiegel am Mittwoch einen Gesetzentwurf beschließen, der es der Bundesregierung künftig erlaubt, eigenständig festzulegen, welche Länder sogenannte „sichere Herkunftsländer“ sind. Für Asylbewerber aus solchen Staaten gelten beschleunigte Prüfverfahren. In den vergangenen Jahren war die Ausweitung der Liste sicherer Herkunftsländer wiederholt im Bundesrat gescheitert – dort blockierten vor allem die Grünen.
Im Koalitionsvertrag von Union und SPD war bereits vorgesehen, diese Einstufung „durch Rechtsverordnung der Bundesregierung ermöglichen“ zu wollen – unter anderem für Algerien, Marokko und Tunesien. Künftig soll die Einstufung auf Grundlage der EU-Asylverfahrensrichtlinie erfolgen, nicht mehr in Bezug auf das Grundgesetz. Damit entfällt die Zustimmungspflicht des Bundesrates – die Bundesregierung könnte entsprechende Verordnungen direkt erlassen.
Kanzleramtsminister Thorsten Frei sagte dem Tagesspiegel: „Die Menschen haben einen Anspruch darauf, dass die neue Bundesregierung die Wende in der Migrationspolitik zügig umsetzt. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an einem neuen Verfahren, um die Einstufung weiterer sogenannter sicherer Herkunftsländer zu erleichtern.“
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











