In den vergangenen zehn Jahren ist es in der Europäischen Union zu einem deutlichen Anstieg der polizeilich erfassten Sexualdelikte gekommen. Insgesamt verzeichneten die Polizeibehörden EU-weit im Jahr 2024 256.302 Sexualdelikte. Fast 100.000 davon, also 38 Prozent aller Fälle, waren Vergewaltigungen. Im Vergleich zum Jahr 2023 stiegen die Sexualdelikte insgesamt um 12.097 Fälle beziehungsweise fünf Prozent, Vergewaltigungen um 6.291 Fälle beziehungsweise sieben Prozent, wie es in einer Mitteilung des statistischen Amts der EU, Eurostat, heißt.
Insgesamt kam es zu einer starken Zunahme der Sexualdelikte. Besonders nach 2015 stieg die Zahl nahezu jedes Jahr an. Während die Anzahl von 2014 auf 2015 noch zurückgegangen war, nahm sie danach jährlich zu. Nur 2020 kam es kurzzeitig zu einem Rückgang – offenbar bedingt durch die Corona-Krise. Zwischen 2014 und 2024 stiegen die Sexualdelikte um 94 Prozent; insgesamt wurden 124.350 Fälle mehr registriert.
Noch drastischer fallen die Zahlen bei den Vergewaltigungen aus. Diese nahmen im vergangenen Jahrzehnt mit 58.983 zusätzlich erfassten Fällen um 150 Prozent zu. Sexualdelikte stiegen pro Jahr durchschnittlich um fast zehn Prozent, Vergewaltigungen um sieben Prozent. Die Zahlen basieren auf offiziell von der Polizei erfassten Straftaten in europäischen Ländern.
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