Stellen Sie sich vor, der größte Landesverband der AfD würde zu einer Art politischen Aschermittwoch in einem Vorort Berlins laden, bei der ohne große Sicherheitsmaßnahmen zunächst Alice Weidel den Saal einheizt, bevor im Anschluss ein ranghoher Politiker der SPD, sagen wir mal Saskia Esken, unter höflichem Applaus eine Gegenrede hält. Was schlichtweg wie reine Utopie für brandmauerbedeckte bundesrepublikanische Ohren klingen mag, ist in der eidgenössischen Schweiz alljährliche gute Tradition im Albisgüetli-Schützenhaus im Zürcher Süden.
Ins Leben gerufen wurde die größte politische Veranstaltung der Schweiz von Alt-Bundesrat und Alt-SVP-Parteichef Christoph Blocher, der nach 36 Jahren im Vorjahr zum letzten Mal den Saal zum Kochen gebracht hatte. In jene großen Fußstapfen ist Freitagabend nun Weltwoche-Herausgeber Roger Köppel getreten. Sein Gegenredner: SP-Bundesrat Beat Janz, der sozusagen ranghöchste Sozialdemokrat der Schweiz.
Die Bedeutung jener Veranstaltung wird einem bereits bei Ankunft vor dem Albisgüetli klar, wo die linke Wochenzeitung WOZ gratis Exemplare ihrer aktuellen Ausgabe verteilt, um in ihrer investigativ anmutenden Titelstory „Putinversteher“ Roger Köppel als eine des publizistischen Opportunismus verfallenden „weißen Krähe“ der nicht ganz uneigennützigen „russischen Propaganda“ zu bezichtigen.
DEUTSCHLAND: Klingbeil präsentiert Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027 & Finanzplan bis 2030











