Obwohl Olaf Scholz spätestens seit vergangener Woche im Fokus der politischen Öffentlichkeit steht, verlief die ARD-Sendung mit Caren Miosga recht einfach für den Bundeskanzler. Während Scholz mit dem Ende der Ampelkoalition und der im Raum stehenden Einflussnahme auf die Bundeswahlleiterin im Epizentrum einer gigantischen politischen Krise steht, erhielt Miosga auf ansatzweise kritische Fragen nur nichtssagende Antworten – und akzeptierte die Ablehnung des Bundeskanzlers während des einstündigen Gesprächs.
Kritische Nachfragen bleiben aus, wenn Scholz einsilbig einer echten Beantwortung von Miosgas Fragen entgeht. So wollte die Moderatorin den SPD-Politiker mit Robert Habecks Kritik an den Vorgängen konfrontieren. „Also ist es auch ihm aufgestoßen?“ Die Antwort „Gerne“ lässt Miosga überfordert zurück, danach wechselt sie das Thema.
Scholz verweist neben seinen teils ablehnenden Antworten immer wieder darauf, dass die Bundestagsfraktionen sich verständigen sollten. Die Vertrauensfrage sei vor Weihnachten möglich, „wenn das alle gemeinsam so sehen“ – dass ihm als Bundeskanzler dieser Schritt obliegt, ignoriert Scholz, während Miosga diese Frage gar nicht erst stellt. Auch als Scholz dann konstatiert, dass er davon ausgeht, vom Volk ein weiteres Mandat als Bundeskanzler der stärksten Partei zu erhalten, verweist Miosga zwar auf seine fatalen Umfragewerte – wirklich kritisch wird es in diesem Themengebiet aber auch nie.
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