Nein, es ist nicht der Oscar (für den war sie auch schon nominiert), sondern der Silberne Bär, den Sandra Hüller zum Abschluss der 76. Berlinale verliehen bekommt – und zwar für ihre Rolle als Frau in Männerkleidern im Schwarz-Weiß-Historiendrama „Rose“. Damit bestätigt sich, was Medien wie der „Stern“ schon lange prophezeien: 2026 wird DAS Jahr der deutschen Schauspielerin.
Nicht, dass die vergangenen Jahre nicht auch schon ihre gewesen wären. Von lustig in „Fack Ju Göhte 3“ bis dramatisch in „Anatomie eines Falls“: Die 47-Jährige kann alles spielen und wird mit Preisen überschüttet. Nicht nur arbeitet Hüller längst mit Hollywood-Superstars wie Tom Cruise, sie hat 2024 auch eine Einladung der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ bekommen und darf mit über die Oscar-Vergabe entscheiden.
Und das scheint noch nicht mal der Gipfel von Hüllers Aufstieg zu sein: Nicht nur strahlt sie in Berlin – vom Chanel ausgestattet – auf dem Roten Teppich, sie wird von weiten Teilen der Filmwelt hofiert. Ja, sie ist eine grandiose Schauspielerin. Aber vielleicht geht Hüllers Karriere auch deshalb durch die Decke, weil sie den aktuellen Zeitgeist perfekt verkörpert: Nicht zu schön und bloß nicht konservativ. Kunstschaffende wie sie oder Lars Eidinger sind immer ein bisschen Grenzgänger – ohne jedoch jemals eine wirklich schmerzhafte Grenze zu überschreiten, nämlich die, gesellschaftlichen Gegenwind von der lauten, linken Bubble zu riskieren. Hüller gehörte immer zu den Guten:
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