Die Inszenierung eines Schock-Moments ist den Aktivisten, die am Samstag in der Salzburger Felsenreitschule plötzlich pro Gaza- und pro Palästina-Transparente direkt hinter dem Vizekanzler der Republik Österreich entrollten, tatsächlich gelungen: Immerhin hätte noch mehr folgen können – im Publikum saßen neben den Politikern auch Dutzende betuchte Unternehmer. Nicht auszudenken, wenn islamistischen Terroristen ebenso leicht der Zugang zu einem der bedeutendsten Kultur-Highlights Europas gelungen wäre – ein zweites Bataclan wäre durchaus möglich gewesen.
Die sechs Aktivisten haben sich mit „nicht schlecht gemachten“ (so die Festspiel-Leitung) Mitarbeiterausweisen Zutritt verschafft: Derzeit würde es aber 6.000 Personen mit solchen Mitarbeiterkarten geben. „Nicht jeder Ausweis kann da detailliert gesichtet werden“, meinte Lukas Crepaz, der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele, dazu.
Die Kontrolle müsste der hauseigene Sicherheitsdienst garantieren – in dem Fall hat er dabei versagt. Warum sich Österreichs Verfassungsschutz bei der Anwesenheit von Staatsgästen, Industriellen, Unternehmern, etc. bei den Sicherheitskontrollen auf die Hausmeister der Felsenreitschule verlassen, muss von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) erst erklärt werden. Immerhin wurde aufgrund der laschen Polizeikontrollen der größte Sicherheits-Skandal seit Jahren ermöglicht.
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