Dem rot-grün regierten Rheinland-Pfalz gehen die Asylbewerber abhanden. Das könnte man positiv sehen. Aber zugleich weiß niemand, wo fast tausend von ihnen geblieben sind. Von Mitte 2024 bis zum Ende des vergangenen Jahrs verschwanden 923 Antragsteller aus Aufnahmeeinrichtungen des Landes spurlos. Das waren 9,1 Prozent der in diesem Zeitraum aufgenommenen Asylbewerber, also jeder zehnte der 10.120 im Land Rheinland-Pfalz Aufgenommenen. Sieben der verschwundenen Asylbewerber waren zudem bereits polizeibekannt wegen Körperverletzung, Diebstahl oder Delikten mit Betäubungsmitteln.
Die Getürmten waren zuvor meist in den Einrichtungen in Trier (245), Speyer (180) und Hermeskeil (173) untergebracht, aber auch in Kusel (150), Bitburg (94) und vom Flughafen Hahn (81), wie die Welt berichtet.
Aufnahmeeinrichtungen seien ja keine Gefängnisse, so wird nun wieder hervorgehoben. Aber eigentlich müssen sich Asylbewerber beim Verlassen des Geländes ab- und bei Rückkehr wieder anmelden. Diese Regel sollte einfach und verständlich genug sein. Aber anscheinend ist die Geduld da manchmal nur gering ausgeprägt. Erst wenn ein Asylbewerber drei Tage nicht wieder kommt, gilt er übrigens als „abgängig“, also verschwunden, nach einer Woche organisiere die Ausländerbehörde eine „Ausschreibung zur Aufenthaltsermittlung“, die an die Polizei übermittelt wird, so die grüne Integrationsministerin Katharina Binz gegenüber der Bild.
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