Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland hat laut dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) einen Rekordwert erreicht. Im dritten Quartal 2024 hat die Zahl der Firmenpleiten mit 3991 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften demnach so hoch gelegen wie seit über 14 Jahren nicht mehr. Der letzte Höchststand lag im zweiten Quartal 2010 bei 4071 Insolvenzen. Damals seien die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 und 2009 noch spürbar gewesen, so das IWH.
Laut Steffen Müller, Leiter der IWH-Insolvenzforschung, beeinflussen neben der aktuellen Schwächephase der deutschen Wirtschaft auch Nachholeffekte aus der Corona-Pandemie die steigenden Insolvenzzahlen. Während der Pandemie wurden Insolvenzen durch staatliche Stützungsprogramme künstlich niedrig gehalten, was nun dazu führt, dass zahlreiche damals unterstützte Unternehmen in Schwierigkeiten geraten.
Von der gegenwärtigen Pleitewelle sind im Besonderen die wirtschaftsstarken Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg betroffen. Dort stieg die Zahl der Insolvenzen um 56 beziehungsweise 42 Prozent an. Bundesweit war die Pleite vor allem bei unternehmensnahen Dienstleistungen mit 31 Prozent hoch. Kleinere Sektoren, wie das Grundstücks- oder Wohnungswesen, mussten sogar einen noch stärkeren Zuwachs der Pleiten von 69 Prozent verzeichnen.
ANGST IN ANKARA: Gutes Gespräch mit Putin ‒ Was hat Trump auf NATO-Gipfel vor? | WELT LIVESTREAM











