Rechts ist vorbei

vor 4 Monaten

Rechts ist vorbei
Bildquelle: Apollo News

Vor einem Jahr wählte Deutschland einen neuen Bundestag – und die Wochen davor waren vor allem von einer Kontroverse geprägt, die Friedrich Merz ausgelöst hatte. Er und seine Unionsfraktion stimmten Ende Januar in zwei Abstimmungen mit der AfD – beide Male ging es um CDU-Anträge zu einer „Migrationswende“. Und das gesamte linke Milieu war auf der Zinne.

Damals, vor der Bundestagswahl, trat ein Merz mit Ecken und Kanten auf. Ein echter Politiker, der auch die Kontroverse geradezu suchte, wenn sie in der Sache dienlich war. In der CDU hat man sich seither darauf geeinigt: Das war ein Fehler.

Von diesem Friedrich Merz ist ein Jahr später daher auch gar nichts übrig. Die Abstimmung mit der AfD damals wird unionsintern immer wieder für das vergleichsweise maue Bundestagswahlergebnis verantwortlich gemacht: Die Union ging mit unter 29 Prozent ins Ziel, Umfragen hatten einen Monat vorher noch 30 Prozent plus X prognostiziert. Die Lehre daraus? Mehr Merkel wagen.

Diese Lehre (und die damit einhergehende Leere) hat Friedrich Merz vollkommen verinnerlicht, wie seine Rede auf dem Parteitag am Wochenende in Stuttgart zeigte. Hier war die Stromlinienförmigkeit und Profillosigkeit der Merkel-Jahre wieder mit voller Wucht zurück – die viel diskutierte Anwesenheit der Altkanzlerin passte daher verboten gut. Hatte Merz vor der Bundestagswahl noch „Links ist vorbei“ gerufen, sprach an diesem Wochenende ein handzahmer Merz, der von links wieder an die Leine genommen wurde.

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