„Rassenhass“ – wegen dieses Vorwurfs standen am vergangenen Montag zwei Beamte der Polizei Essex vor der Haustür einer britischen Journalistin. Allison Pearson war völlig überrascht und noch im Morgenmantel, als die Beamten bei ihr klingelten – wegen eines ein Jahr alten Social Media-Posts. Sie beschreibt das Vorgehen gegenüber dem Telegraph, wo sie Kolumnistin ist, als „erschreckend“. Die Beamten hätten sich geweigert, ihr zu sagen, warum konkret man sie aufgesucht hatte. Erst jetzt wird klar, um welches Posting es sich handelt.
Hintergrund war eine Bürgerbeschwerde, die sich auf einen mittlerweile gelöschten Beitrag auf der Plattform X (ehemals Twitter) bezog. Der Tweet aus November 2023 – kurz nach dem Massaker der Hamas am 7. Oktober – zeigte ein Bild von Polizisten neben Männern mit einer pakistanischen Parteiflagge. Pearson schrieb damals, die Polizei habe „liebenswerte britische Freunde Israels“ nicht unterstützt, posiere aber mit „Judenhassern“.
Pearson selbst zeigte sich fassungslos. „Also gut, Sie sind hier, um mich zu beschuldigen, jemanden beleidigt zu haben, aber ich darf nicht wissen, worum es geht“, schildert sie ihre Verärgerung gegenüber den Beamten. Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen gegenüber der BBC. Laut Polizeisprecher sei es ihre Pflicht, jeden gemeldeten Vorfall zu untersuchen, unabhängig davon, wer angezeigt werde.
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