Ein Scherz macht derzeit die Runde. Auf X, unter den politischen Beobachtern: Die gleichen AfD-Leute, die bisher Wladimir Putin nachgelaufen seien, täten dies nun mit Donald Trump. Wie sollten sie das miteinander verbinden? Gleichzeitig den russischen und den amerikanischen Präsidenten anhimmeln? Mal abgesehen davon, dass die Pointe eher so in der Liga Schenkelklopfer spielt, zeigt das, wie sehr das Weltbild dieser Beobachter an dem Tag eingefroren ist, als Rocky IV ins Kino kam. USA-Russland-Dualität und so. Zum anderen ist es recht oberflächlich gedacht.
Der Einfluss anderer Nationen dient in der EU mittlerweile als Vorwand, um demokratische Wahlen wie in Rumänien für nichtig zu erklären. Entsprechend bauen das Argument diejenigen aus, für die es nur „unsere Demokratie“™ ist, wenn nach ihrem Willen gewählt wird. Dabei gehört dieser ausländische Einfluss immer schon zur politischen Landkarte – die Linken stören sich nur daran, dass es sich dieses Mal gegen sie wenden könnte.
Der Einfluss der DDR fand auf viele unterschiedliche Weisen statt. Das begann damit, dass der real existierende Sozialismus westdeutsche Medien wie „Konkret“ finanzierte, was in den 60er und 70er Jahren ein durchaus einflussreiches Magazin darstellte. Die SED lud vielversprechende Nachwuchspolitiker ein, wie den heutigen Kanzler Olaf Scholz (SPD), und half ihnen mit Informationen in ihrer Karriereplanung. Die Stasi nahm auf westdeutsche Wahlen Einfluss, etwa auf die Abstimmung zum konstruktiven Misstrauensvotum 1972. Sie verbreitete echte und falsche Informationen, um missliebige Politiker zu belasten wie etwa Kanzler Helmut Kohl (CDU). Und sie gewährte den Linksterroristen der RAF sogar einen sicheren Unterschlupf. Die Annahme steht im Raum, dass die RAF-Morde der 80er Jahre ohne die Hilfe des DDR-Geheimdienstes nicht möglich waren. Das zeigt: Ein Staat kann massiv Einfluss auf den anderen nehmen – und doch im Wettbewerb der Ideologien turmhoch verlieren.
Die AfD ist in Deutschland isoliert. Umso dringlicher sind für sie die Versuche, sich andernorts Hilfe zu holen. Dass die Partei dann nicht wählerisch sein mag, ob das nun Russland oder die USA bedeutet, mag für Altherrenhumor als Vorlage taugen – ist aber auch wenig verblüffend und sogar einleuchtend. Die einfachste und effektivste Möglichkeit der Einflussnahme ist dabei Geld. So wie es die DDR an Westmedien wie Konkret fließen ließ oder an Politiker der Opposition, die 1972 halfen, Willy Brandt (SPD) im Amt des Kanzlers zu halten.
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