Ob Großbritannien, Frankreich, Österreich oder Deutschland – in Westeuropa verändert sich die politische Landschaft rasant. Die Zeiten, in denen zwei große Volksparteien das politische System beherrschen, sind längst vorbei. Rechtsparteien unterschiedlichster Prägung ziehen in den Umfragen vorbei und steuern auf eine Regierungsübernahme zu.
Noch 2019 fragte sich das Medienportal Politico: „Hat Europa den Höhepunkt seines Populismus erreicht?“. In den Wochen zuvor hatte die politische Rechte in mehreren europäischen Ländern desaströse Wahlergebnisse eingefahren oder in den Umfragen massiv an Zustimmung verloren. „Das Blatt hat sich möglicherweise gegen die nationalistische Rechte gewendet“, mutmaßte Politico.
Sechs Jahre später steht in den vier europäischen Ländern mit dem größten Bruttoinlandsprodukt – Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien – eine Rechtspartei in den Umfragen auf dem ersten Platz. Insbesondere seit der Wiederwahl von Donald Trump in den USA ist offensichtlich, dass der Rechtspopulismus auch in Westeuropa einen neuen Höhepunkt erreicht hat.
In Deutschland hat die Union die Kraft verloren, alle demokratisch gesinnten Wähler rechts der Mitte an sich zu binden, wie es Franz Josef Strauß dereinst vehement einforderte. Zwar versprach Friedrich Merz seinen Anhängern, dass Links vorbei sei, tatsächlich jedoch diktiert die politische Linke noch immer, in welche Richtung das Land marschiert. Doch nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Westeuropa setzte bei christdemokratischen und konservativen Parteien über die Jahrzehnte eine Art Sozialdemokratisierung ein, in deren Folge, die Wähler zu Alternativen griffen.
Ist Links tatsächlich vorbei? Eher nicht.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











