Der Plagiatsjäger Stefan Weber erhebt schwere Vorwürfe. Es geht um Alena Buyx, die lange Zeit Vorsitzende des Ethikrats gewesen ist. In diesem hatte sie auch in der Coronapandemie eine wichtige Funktion und erlangte bundesweite Bekanntheit. Nun scheint sie selbst es – ethisch durchaus fragwürdig – an wissenschaftlicher Sorgfalt mangeln lassen zu haben. NIUS erklärt, worum es geht.
Ein umfangreiches Gutachten des österreichischen Plagiatsprüfers Doz. Dr. Stefan Weber kommt zu dem Ergebnis, dass die Dissertation von Buyx aus dem Jahr 2005 mindestens 73 Text- und Quellenplagiatsfragmente enthalte. Im Zentrum des Vorwurfs steht dabei nicht primär das klassische Bild vom Copy-Paste ganzer Absätze. Weber argumentiert vielmehr mit einem in der Plagiatsforschung bekannten Ansatz: dem Nachweis von sogenannten Blindzitaten oder Quellenplagiaten (wie sie in der Vergangenheit auch gegenüber Grünen-Politiker Robert Habeck erhoben wurden).
Gemeint ist damit die Übernahme von Literaturangaben aus anderen wissenschaftlichen Arbeiten, ohne die Originalquellen selbst eingesehen zu haben. Genau dies soll in der Dissertation geschehen sein. Der Gutachter dokumentiert zahlreiche Fälle, in denen identische Zitierfehler, falsche Seitenangaben oder fehlerhafte Autorennamen aus älteren Dissertationen übernommen worden seien – ein Muster, das aus seiner Sicht nur durch Abschreiben erklärbar ist.
Alena Buyx ist in der deutschen Öffentlichkeit sehr präsent, hier zu Gast bei Markus Lanz.
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