Weniger Straftaten sollen es also gewesen sein, insgesamt im letzten Jahr. Das haben Innenminister Alexander Dobrindt (CSU), der Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) und BKA-Chef Holger Münch am Montag in der alljährlichen Pressekonferenz zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) mitgeteilt.
Aber Fachleute winken ab: Das, was die Bürger beschäftigt, die Straßenkriminalität, Diebstähle, die harte Gewaltkriminalität, die Vergewaltigungen und Morde sind eben nicht zurückgegangen. Das gilt insbesondere für die Sexualdelikte, die um mehr als 10 Prozent zunahmen. Bei Tötungsdelikten sieht es ähnlich aus: plus 8,4 Prozent in nur einem Jahr.
Bei Vergewaltigungen gab es einen Anstieg um satte 9,0 Prozent. Seit 2018 haben diese Taten um 72 Prozent zugenommen, seit dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 allein um 50 Prozent. Die Täter sollen überwiegend Bekannte, Freunde, Partner oder Ex-Partner und zu 98,6 Prozent männlich sein. Das wird nur global mitgeteilt, ohne genaue Zahlen. Sicher ist aber: Die nichtdeutschen Tatverdächtigen machen hier immer noch 38,5 Prozent aus und sind damit bei einem Ausländeranteil von 15 Prozent deutlich überrepräsentiert. Dagegen sind die Opfer zu 77,7 Prozent Deutsche und meist Frauen.
Laut der Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2024“ (SKiD), die zeitgleich mit der PKS 2025 veröffentlicht wurde, sind junge Frauen zwischen 18 und 24 Jahren besonders häufig von Sexualdelikten betroffen. Das Dunkelfeld ist hier besonders groß. Die Anzeigequote bei Sexualdelikten ist besonders gering. 2023 lag sie bei sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung bei nur 6,2 Prozent, bei körperlicher sexueller Belästigung gar bei 2,6 Prozent.
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