Von diesem Leak ist etwas weniger die Rede als von jenem Gespräch über Signal, in dem Pete Hegseth, JD Vance und andere etwas widerwillig über mögliche Militärschläge gegen die Huthis im Jemen diskutierten. Nun muss man bei jedem Leak auch die Möglichkeit konzedieren, dass es sich um Absicht handeln könnte. Etwa die Absicht, das breitere oder ein Spezialpublikum über gewisse Dinge zu informieren, die man aber nicht auf offener Bühne sagen will oder kann. Je mehr authentisch wirkende Details in einem Leak vorkommen, desto größer ist offenbar der Wille, eine Sache zu untermauern, sie als besonders glaubwürdig darzustellen und somit wiederum die Hürde jeder staatlichen Informationspolitik zu überschreiten – die Möglichkeit, dass Desinformation als solche erkannt wird.
Jetzt – eigentlich schon Ende März, aber es spricht bisher kaum jemand darüber – wurde eine Leitlinie aus dem Pentagon bekannt, die die Unterschrift von Verteidigungsminister Pete Hegseth trägt. Das neue Leak scheint eher jenen informierenden Charakter zu haben als das Huthi- Luftschlags-Leak, obwohl auch das letztgenannte wichtige Informationen zum neuen transatlantischen Verhältnis für die Europäer bereithielt.
Worum geht es also in dieser „vorläufigen strategischen Leitlinie für die nationale Verteidigung“ (Interim National Defense Strategic Guidance), über die die Washington Post zuerst schrieb? Die Leitlinie bestätigt einmal mehr zwei Charakteristika von Trumps Weltsicht. Es wird deutlich, dass die Regierung von Donald Trump ihren strategischen Hauptgegner in niemand anderem als China sieht. In anderen Weltteilen sollen regionale Spieler mehr Verantwortung übernehmen, in Sache Taiwan will das Pentagon engagiert bleiben.
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