Der Spitzenkandidat für die Grünen in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, grenzt sich mit Blick auf die kommende Landtagswahl beim Bundesparteitag der Grünen von Teilen der Partei ab. Der Politiker, der für die Grünen den einzigen bisher von ihnen errungenen Ministerpräsidentenposten verteidigen soll, mahnte seine Parteifreunde in Hannover, dass man Wähler nicht durch „radikale Sprüche“ oder unrealistische Parolen „aus dem Wolkenkuckucksheim“ gewinnen könne.
Özdemir thematisiert die Orientierungssuche seiner Partei unmittelbar. „Schönfärberei liegt mir fern“, betont er und konstatiert, dass viele Staat und Wirtschaft aber auch den Grünen misstrauisch gegenüberstehen würden. Besonders die Wirtschaftskrise in Deutschland sieht er als zentral an, ein Punkt, der auf dem Parteitag bisher auffällig wenig Beachtung fand. Deutschlands Schlüsselindustrien wie Automobil- und Maschinenbau stünden einer großen Herausforderung gegenüber, urteilt Özdemir.
Beim Klimaschutz geht Özdemir ebenfalls auf Distanz zur Berliner Grünen-Führung. „Wir müssen auf die Technologien der Zukunft setzen“, fordert er und sieht in Umwelttechnologien sowie KI und Robotik Potenzial für zahlreiche neue Arbeitsplätze – womit er Robert Habecks Green-New-Deal-Kurs unterstützt.
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