Olaf Scholz bei Caren Miosga: Der Kanzler ist am Ende, der Regierungsjournalismus ist es auch

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Olaf Scholz bei Caren Miosga: Der Kanzler ist am Ende, der Regierungsjournalismus ist es auch
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Man kann Caren Miosga und Olaf Scholz gar nicht genug dankbar sein. Das einstündige Gespräch der öffentlich-rechtlichen Journalistin mit dem deutschen Bundeskanzler war ein erhellendes Dokument der Zeitgeschichte. Es zeigte in maximaler Verdichtung, wie zwei aneinander gekettete Deutungssysteme gleichzeitig zusammenstürzten: Ein Politiker, der sich von der Wirklichkeit abgewandt hat, traf auf einen Kuscheljournalismus, der es gar nicht so genau wissen will.

Nach dem Ende seiner Regierungskoalition ist Scholz in der Tat „auch ein gescheiterter Kanzler“. Diese Formulierung kam Miosga nach rund 22 Minuten tatsächlich über die Lippen. Davor allerdings interessierte sie sich mehr für den Gefühlshaushalt des Gescheiterten als für die Lage der Nation. Miosgas erste Frage setzte den ganzen Abend auf einen falschen Kurs: „Was genau hat Sie so wütend gemacht?“ Scholz hatte in rüden und sehr selbstgerechten Worten die Entlassung des Bundesfinanzministers begründet. Emotionen sollten psychologisch hergeleitet, nicht Probleme argumentativ erschlossen werden.

Scholz am Sonntagabend bei Miosga

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