Marcel Fratzscher: Industrie sei an wirtschaftlicher Lage „selbst schuld“

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Marcel Fratzscher: Industrie sei an wirtschaftlicher Lage „selbst schuld“
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„Das Jammern wird gefährlich“ – so lautet der Titel der am Freitag erschienenen Zeit-Kolumne von Marcel Fratzscher, dem Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Der Ökonom behauptet darin, dass „die Industrie an ihrer Misere großteils selbst schuld“ sei. Seiner Ansicht nach sind „Pessimismus“ und „Depression“ die Ursachen für die schlechte wirtschaftliche Lage. Die Politik könne die Probleme laut Fratzscher nicht alleine lösen: „Unternehmen und Zivilgesellschaft müssen mehr Verantwortung übernehmen“.

Ein „Verantwortungsbewusstsein“ fehle in Deutschland grundsätzlich – „zu viele in Deutschland weigern sich, Verantwortung zu übernehmen, und suchen stattdessen die Schuld bei anderen“, schreibt Fratzscher. Er meint, dass es in Deutschland „einen Kennedy-Moment“ geben müsste, getreu seinem berühmten Spruch: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“.

Die Kritik aus der Wirtschaft an die Politik, dass es zu viel Bürokratie gibt und die Energiepreise und Steuern zu hoch seien, wischt Fratzscher einfach weg. Stattdessen wirft er der Industrie und den Lobbyverbänden vor, die Verantwortung auf die Politik zu schieben. Laut Fratzscher leidet die Automobilindustrie, die er sich exemplarisch herauspickte, „unter dem Dieselskandal, dem versäumten Umstieg auf E-Mobilität und der starken Abhängigkeit von China mehr als unter den vermeintlich zu hohen Energiekosten oder übermäßiger Regulierung“.

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