Menschen denken nicht in Zahlenkolonnen, sondern in Bildern und Geschichten. Unser Gehirn ist im Kern eine Maschine zur Simulation von Realität: Es arbeitet mit vereinfachten Modellen, die Komplexität reduzieren und Handlungsfähigkeit herstellen. Diese Modelle sind Narrative – verdichtete Deutungsmuster, in denen wenige Bilder und Kausalbeziehungen bestimmen, was wir für möglich, notwendig oder gefährlich halten. Wer (nicht nur) Energiepolitik verstehen oder verändern will, muss deshalb zuerst die zugrunde liegenden Geschichten identifizieren und bearbeiten, statt nur weitere Fakten auf bereits gefestigte Weltbilder zu stapeln.
In der Energiepolitik dominieren seit Jahrzehnten einige große, aber falsche oder zumindest stark verzerrende Narrative. Ein erster Strang reicht ideengeschichtlich von Rousseau über Malthus, die Romantik und den Club of Rome bis zu heutigen Umwelt-NGOs: Die Natur erscheint als ursprünglich harmonisches Gleichgewicht, das der Mensch nur stören kann; Wachstum wird vor allem als Bedrohung gefasst; technische Innovation wird fast systematisch ausgeblendet.
Dieses Knappheits- und Kollapsnarrativ erzeugt ein permanentes Gefühl ökologischer Sünde: Jede Nutzung von Ressourcen erscheint als Schritt in den Abgrund, selbst wenn die empirischen Daten – etwa zur steigenden Flächeneffizienz der Landwirtschaft oder zur Entschwefelung und Entstaubung von Kraftwerken – in eine völlig andere Richtung weisen.
Parteipressekonferenzen von Die Linke, CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen











