Große Gasspeicher in Deutschland haben bereits vor dem 1. Februar den gesetzlich vorgeschriebenen Füllstand von 30 Prozent unterschritten. Doch das Wirtschaftsministerium gibt sich gelassen. „Sorgen sind nicht angebracht”, sagt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche laut der Süddeutschen Zeitung. Am 31. Januar betrug der Füllstand der deutschen Gasspeicher im Durchschnitt nur noch 32,4 Prozent. Dabei sieht Paragraf 35b des Energiewirtschaftsgesetzes eigentlich vor, dass der Füllstand in jeder einzelnen Speicheranlage 30 Prozent betragen soll.
Die Bundesnetzagentur teilte gegenüber dem Focus mit, dass sich die Speicherstände „im Rahmen der marktlichen und wetterbedingten Erwartungen” entleeren würden. Deutschlands größter Gasspeicher in Rehden war Ende Januar nur noch zu zehn Prozent gefüllt, obwohl der Füllstand das Dreifache betragen müsste. Sein Volumen von knapp 3,9 Milliarden Kubikmetern entspricht rund einem Fünftel der deutschen Gesamtspeicherkapazität. An dem Standort kreuzen sich mehrere Erdgasleitungen. Deswegen spielt der Speicher „eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit Deutschlands und Europas“, schreibt der Betreiber Securing Energy For Europe (SEFE) (mehr dazu hier).
Auch Branchenverbände geben sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung entspannt, weil Deutschland sich auf Flüssigerdgasimporte (LNG) verlassen könne. Allerdings könnten die Niederlande als Lieferland für Deutschland ausfallen. Denn die dortigen Speicher sind sogar nur noch zu 28 Prozent gefüllt. Die Niederlande sind das zweitwichtigste Lieferland für die Bundesrepublik. Ein Teil des nach Deutschland exportierten Gases wird in den Niederlanden direkt gefördert, ein Teil kommt dort an LNG-Terminals aus Übersee an (mehr dazu hier).
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