Non-Binärer Aktivist erzwingt Entschädigung von Friseursalon – weil es nur Männer- und Frauenhaarschnitte gibt

vor 4 Monaten

Non-Binärer Aktivist erzwingt Entschädigung von Friseursalon – weil es nur Männer- und Frauenhaarschnitte gibt
Bildquelle: Apollo News

Im kanadischen Quebec hat ein nicht-binärer Aktivist eine Entschädigungssumme von über 500 Euro von einem Friseursalon gerichtlich zugesprochen bekommen, nachdem er sich durch dessen Online-Buchungssystem diskriminiert gefühlt hatte. Die nicht-binäre Person Alexe Frédéric Migneault, die die Pronomen „sie/ihnen“ hat, hatte im Jahr 2023 einen Termin beim Friseursalon „Station10“ buchen wollen. Bei der Online-Buchung des Salons musste jedoch zwischen den Optionen „männlich“ und „weiblich“ gewählt werden. Eine geschlechtsneutrale Auswahlmöglichkeit gab es nicht; auch die Angabe, dass man sein Geschlecht nicht nennen möchte, war nicht möglich. Darüber berichten unter anderem der staatliche Sender Kanadas CBC sowie die britische Daily Mail.

Migneault empfand dies als diskriminierend und erklärte gegenüber CTV News: „Es ist nicht fair und es ist nicht legal, mir zu sagen: ‚Nein, da Sie nicht in mein Weltbild passen, möchte ich nichts mit Ihnen zu tun haben und ich möchte Sie nicht als Kunden‘“. Die Situation habe sie schwer belastet. „Ich befand mich bereits in einer schweren psychischen Krise, und das hat dazu geführt, dass ich vollständig arbeitsunfähig wurde“, so Migneault. „Ich konnte eineinhalb Jahre lang nicht arbeiten“, so die Aktivistin weiter. Nach eigenen Angaben war die Erfahrung so traumatisch, dass Migneault sich dazu gezwungen sah, eine längere Auszeit vom Berufsleben zu nehmen.

Daraufhin reichte Migneault Beschwerde bei der zuständigen Menschenrechtskommission ein. Diese kam zu dem Schluss, dass eine Diskriminierung vorliege, und empfahl eine Entschädigung in Höhe von 500 kanadischen Dollar, die die Aktivistin auch forderte. Der Salon zeigte sich mit dieser Entscheidung jedoch nicht einverstanden. Das führte dazu, dass Migneault Klage einreichte und dort sogar 12.000 kanadische Dollar Schadenersatz forderte. Vor Gericht bestätigte ein Richter schließlich die ursprüngliche Einschätzung der Menschenrechtskommission und verurteilte Station10 zur Zahlung der 500 Dollar. Der Salon hatte nach Bekanntwerden der Beschwerde sein Buchungssystem bereits angepasst und eine geschlechtsneutrale Option ergänzt.

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