Noelia Castillo Ramos soll sterben. Ihre Eltern dürfen nicht dabei sein, wenn sie am Donnerstagabend in den Tod geht. So will es die 25-jährige Katalanin selbst. Durch die Verabreichung von Propofol wird sie ins Koma versetzt, anschließend führt ein weiteres Mittel zu Atem- und Herzstillstand. Bis zu zwanzig Minuten kann das Herz weiterschlagen.
Euthanasie nennen Spanier diesen Prozess ganz ungeniert. In Deutschland erregt dieser historisch belastete Begriff Widerwillen – assistierter Suizid, das klingt doch viel besser: nach Autonomie und Selbstbestimmung, nach Abhilfe, um unerträgliches Leid zu beenden.
Allerdings wird dieses Leid aus der Welt geschafft, indem man den Leidenden beseitigt. Diese Tatsache wird von Befürwortern der Praxis gern ignoriert. Im Fall Noelia Castillos tritt sie so unerbittlich in den Vordergrund, dass man sie nicht wegwischen kann.
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