Zum 80. Geburtstag der Pippi Langstrumpf-Romane wagt das ARD-Kulturmagazin „ttt – titel, thesen, temperamente“ in einem Instagram-Beitrag eine kritische Neubewertung von Astrid Lindgrens gleichnamiger Heldin. Zunächst würdigt der Beitrag, dass die Figur in den 1940er-Jahren mit traditionellen Rollenvorstellungen aufgeräumt habe: Pippi wird als „starkes, eigensinniges Mädchen, das alles schafft, was es sich vornimmt“ beschrieben, das „entgegen aller gesellschaftlichen Widerstände und Erwartungshaltungen“ agiert und für somit für kleine Mädchen einen „Zugang zu Themen wie Selbstbehauptung, Rebellion und Selbstliebe“ eröffnet habe. Doch dann stellt die Sendung die Frage, ob dieses Bild heute denn noch zeitgemäß sei.
Im weiteren Verlauf wird dann aber der Vorwurf formuliert, Pippi verkörpere einen sogenannten „Girlboss-Feminismus“. Dieser vermittle den Eindruck, Frauen müssten sich vor allem individuell durch besondere Eigenschaften durchsetzen. Pippis Freundin Annika, die als „normales“ Mädchen angelegt ist, bleibe in diesem Deutungsrahmen nur auf eine Nebenrolle beschränkt. Insbesondere Pippis körperliche Überlegenheit und ihr Reichtum werden problematisiert, weil diese zum Maßstab weiblicher Stärke gemacht würden und die Übernahme „männlich gelesener“ Eigenschaften nahelegten.
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