Noch einen Monat vor Silvester belasten zahlreiche Delikte aus dem letzten Jahreswechsel die Berliner Justiz, wie der Tagesspiegel berichtet. Bei der Staatsanwaltschaft liegen etwa 230 Ermittlungsverfahren offen, teilte Sprecher Michael Petzold auf dpa-Anfrage mit – darunter Untersuchungen zu Explosionen von Kugelbomben in Schöneberg und Tegel. Insgesamt leitete die Behörde nach dem Vorjahreswechsel 576 Verfahren zu silvestertypischen Straftaten ein. Anklage erhob sie in 83 Fällen, beantragte in 45 Strafbefehle ohne Gerichtsverhandlung und neun vereinfachte Jugendverfahren.
342 der insgesamt eingeleiteten Fälle wurden eingestellt, meist weil Täter nicht identifiziert werden konnten oder es sich um erstauffällige Jugendliche mit geringfügigen Delikten handelte. Besonders aufwendig sind die laufenden Untersuchungen zu den medial beachteten Kugelbomben-Explosionen in der Vorbergstraße in Schöneberg: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 13 Verdächtige, wie Sprecher Michael Petzold mitteilte. Ende Juli durchsuchte sie Wohnungen von drei Beschuldigten (18, 24, 26 Jahre). „Die Auswertung der sichergestellten elektronischen Datenträger dauert an“, erläuterte Petzold.
Die massive Detonation einer mutmaßlichen Kugelbombe in der Vorbergstraße in Schöneberg verletzte in der Silvesternacht vor einem Jahr fünf Personen und führte zu schweren Schäden an Fassaden sowie zum Zerbersten zahlreicher Fenster. Auch bei der Explosion eines illegalen Böllers im Bottroper Weg in Tegel laufen die Ermittlungen gegen einen damals 17-jährigen Verdächtigen weiter, bei dem bereits im Januar eine Durchsuchung stattfand.
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