Eltern können in Großbritannien in Zukunft das Geschlecht ihres Babys nach der Geburt aussuchen. Hebammen sollen dann das „bei der Geburt zugewiesene Geschlecht” und die Geschlechtsidentität eintragen, wie die Daily Mail am Sonntag berichtete. Die Änderung der elektronischen Formulare ist Bestandteil eines Software-Updates für den gesamten National Health Service. Die Kosten lagen bei etwa 450 Millionen Pfund. Auch Pronomen soll man auswählen können, so Mitarbeiter des Torbay and South Devon NHS Foundation Trust, eines Gesundheitsversorgers, der Krankenhäuser betreibt.
Bei der Fortbildung zu der neuen Software hätten sich die Mitarbeiter jedoch nicht getraut, Kritik zu üben oder ihr Missfallen auszudrücken. Die Geschlechtsidentität soll unmittelbar nach der Geburt von den Eltern festgelegt werden. Frauenrechtsaktivisten kritisierten, dass durch die Formulare falsche Informationen über die Babys in Umlauf geraten könnten, die im Zweifelsfall lebensbedrohlich sein können.
„Das Konzept, dass Babys eine Geschlechtsidentität haben, ist lächerlich, aber das Geschlecht ist eine wichtige medizinische Information”, so etwa Fiona McAnena von der Organisation „Sex matters” (das Geschlecht zählt). Ein Mitarbeiter, der für die Installation des Software-Systems in dem Trust verantwortlich ist, erklärte der Daily Mail zufolge, dass es nun ebenso ein überarbeitetes Formular für die Registrierung neuer Patienten gebe, das insbesondere bei Neugeborenen Verwendung finden solle. Dieses Formular sei fortan etwa auch Grundlage für die Geburtsurkunde.
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