Wenn ein politisches System so richtig abgewirtschaftet hat und am Ende ist, kann es schon mal passieren, dass selbst fragwürdige Gestalten in höhere Ämter gespült werden. Rein von der äußeren Erscheinung entspricht Mario Voigt ziemlich genau dem unangenehmen Typus des windschlüpfrigen CDU-Berufsfunktionärs, wie er zu Helmut Kohls Zeiten vielleicht mal Karriere als Aktentaschenträger eines Hinterbänkler-Abgeordneten und später mal als Papierstempler in irgendeiner unbedeutenden Ministerialabteilung gemacht hätte.
Weil aber das etablierte bundesrepublikanische Parteiensystem mittlerweile im dekadenten Spätstadium seines Niedergangs angekommen ist, in dem selbst Zwerge einen langen Schatten werfen, bekommt selbst ein Minderleister wie Mario Voigt noch die Chance, sich mit der ehedem ehrwürdigen Amtsbezeichnung „Ministerpräsident“ zu schmücken.
Ohne das antidemokratische linke Dogma der „Brandmauer“ wäre Mario Voigt ein Niemand. Die Landtagswahl 2024 hat er trotz massiver medialer Anschubhilfe kläglich verloren. Mit ihm als Spitzenkandidat gewann die CDU nur minimal dazu und blieb fast zehn Prozentpunkte hinter dem eigentlichen Wahlsieger AfD zurück.
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