Finanzminister Lars Klingbeil warnt vor einem Kerosinmangel und fordert Gegenmaßnahmen. Damit deutet sich der nächste Konflikt mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche an, die keine Gefahr eines Mangels erkennen will. „Wir müssen die Warnungen vor Kerosinknappheit sehr ernst nehmen“, sagt er dem Spiegel. „Für mich ist klar: Wir sollten nicht nur das Preisproblem angehen, sondern müssen jederzeit auch die Versorgungssicherheit im Blick haben.“ Damit kritisiert er die Ministerin indirekt.
Der Direktor der Internationalen Energieagentur (IEA) hatte in einem Interview mit der Associated Press am Donnerstag davor gewarnt, dass Europa „vielleicht“ nur noch für knapp sechs Wochen Flugzeugtreibstoff habe, wenn die Blockade der Straße von Hormus nicht aufgehoben werde. Je länger die Blockade dauere, desto größer seien die Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Inflation.
Doch Katherina Reiche erklärte hingegen: „Wir haben in Deutschland keinen Mangel an Kerosin.“ Denn Deutschland stütze sich nicht nur auf Importe, sondern produziere in den Raffinerien auch selbst Kerosin. Außerdem habe Deutschland einen Teil seiner staatlichen Ölreserven freigegeben, darunter auch Flugzeugkraftstoff, „aber auch nicht in übermäßigen Maßen“.
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