Jörg Kukies, derzeit Staatssekretär im Bundeskanzleramt, soll Nachfolger von Christian Lindner für das Amt des Bundesfinanzministers werden. Kukies ist nicht irgendein Kandidat: Als Scholz Bundesfinanzminister war, arbeitete er bereits als Staatssekretär in dessen Ministerium. Zwei Tage vor der spektakulären Insolvenz des Skandalunternehmens Wirecard soll er dann maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, den maroden Finanzdienstleister vor der Pleite zu bewahren – mit Mitteln aus dem Staatshaushalt. Das beleuchten Berichte des Spiegels aus dem Jahr 2021.
Am 23. Juni 2020 soll Kukies demnach mit dem Chef der staatlichen KfW-Tochter Ipex, Klaus Michalak, über eine mögliche finanzielle Unterstützung für Wirecard telefoniert haben. Das zeigen E-Mails an seine Vorgesetzten, die dem Magazin vorlagen. Der Plan: Das Unternehmen durch eine Kreditvergabe der Ipex vor dem Zusammenbruch bewahren. Damit sollte ein Zugriff ausländischer Investoren verhindert werden.
„Herr Kukies will mit uns wohl diskutieren, ob wir nicht nur stillhalten können, sondern ggf. unser Engagement noch aufstocken würden“, schreibt Michalak in der Mail. Zu diesem Zeitpunkt war die Lage bei Wirecard bereits katastrophal: Das Unternehmen hatte bereits bekannt gegeben, dass 1,9 Milliarden Euro Bankguthaben mit „überwiegender Wahrscheinlichkeit“ nicht existierten. Zwei Tage später brach Wirecard zusammen.
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