Das schwindende Vertrauen in staatliche Institutionen macht auch vor der Justiz nicht halt. Eine aktuelle Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt, dass selbst das Bundesverfassungsgericht, lange Zeit der stabilste Pfeiler des öffentlichen Vertrauens, an Autorität verliert. Zwar genießt das höchste deutsche Gericht weiterhin deutlich mehr Ansehen als Regierung oder Parteien, doch auch hier setzt ein Erosionsprozess ein, berichtet die FAZ. Laut der Befragung zweifeln viele Menschen nicht nur am Urteil staatlicher Institutionen, sondern halten die eigene Einschätzung oft für mindestens ebenso zuverlässig wie die Entscheidungen professioneller Richter.
Insgesamt geben 63 Prozent der Befragten an, dem Bundesverfassungsgericht „sehr viel“ oder „ziemlich viel“ Vertrauen entgegenzubringen. Noch vor wenigen Jahren lag dieser Wert über 80 Prozent. Damit bleibt Karlsruhe zwar weiterhin eine Ausnahme im institutionellen Gesamtbild, das von wachsender Skepsis geprägt ist. Denn Bundestag, Bundesregierung, Medien und Parteien verfehlen inzwischen jeweils klar die Mehrheit der Vertrauensbekundungen.
Die Bevölkerung betrachtet das Verfassungsgericht weiterhin als unverzichtbares Korrektiv. Drei Viertel der Befragten begrüßen ausdrücklich, dass Karlsruhe Regierung und Parlament stoppen kann, wenn deren Entscheidungen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Doch zugleich verfolgen die meisten Bürger die Entscheidungen des Gerichts kaum: Nur 23 Prozent interessieren sich spürbar für dessen Urteile – weniger als für Bundestag oder Bundesregierung.
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