Du kannst einen Furz Einhorn-Duft nennen und Schulden „Sondervermögen“. Doch das eine wird stinken und das andere Geld sein, das du irgendwann zurückbezahlen musst. Wenn du es denn noch kannst. Friedrich Merz hat sich seine Kanzlerschaft damit erkauft, dass er sein Wahlversprechen gebrochen und das der SPD umgesetzt hat: die ungebremste Verschuldung. 500 Milliarden Euro für Investitionen und „whatever it takes“ für die Verteidigung. Was Englisch ist und auf Deutsch in etwa heißt: Ich will Kanzler werden und gebe einen Einhorn-Duft drauf, was nach mir Geborene dafür bezahlen müssen.
Nun haben Bild und Handelsblatt darüber berichtet, dass das ja alles gar nicht ginge. Die EU schreibt ihren Mitgliedern vor, dass die Verschuldung nicht über 60 Prozent ihrer Wirtschaftskraft liegen darf. Doch während in Deutschland die Schulden steigen, geht die Wirtschaftskraft zurück. Weshalb die besagte Quote schon jetzt 63 Prozent beträgt, wie diese Medien berichten. 63 Prozent, wohlgemerkt, ganz ohne das Riesenschuldenpaket von Merz und SPD.
Bild und Handelsblatt überlegen, ob daran noch die Regierungsbildung scheitern könnte. Der Westen spekuliert, dass das Team um Merz und SPD-Chef Lars Klingbeil die EU-Regelung wohl übersehen habe. Ja. Entweder das oder sie haben diese Regel schlicht und einfach ignoriert. Und beabsichtigen dies auch weiter zu tun. Überschlägt man kurz die Schuldenpläne der neuen Regierung, kommt man in kurzer Zeit auf eine Quote von 90 Prozent Verschuldung.
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