Neue Regierung, alte Phrasen: Warum von Politikwechsel beim Verhältnis zu Israel keine Rede sein kann

vor etwa 1 Jahr

Neue Regierung, alte Phrasen: Warum von Politikwechsel beim Verhältnis zu Israel keine Rede sein kann
Bildquelle: NiUS

Einen „Politikwechsel“ hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) versprochen, inzwischen wäre man schon über einen Phrasenwechsel froh. Man kann nicht wortreich erklären, warum Israel völlig zu Recht die iranischen Atomanlagen zerstört hat und dann in der offiziellen Erklärung des Kanzleramts hinzufügen: „Wir rufen beide Seiten auf, von Schritten abzusehen, die zu einer weiteren Eskalation führen und die gesamte Region destabilisieren können.“

Rauch steigt nach einem Angriff Israels in Irans Hauptstadt Teheran auf.

Mal abgesehen davon, dass Aufrufe „an beide Seiten“ ins tiefe und dunkle Phrasen-Verlies gehören, weil sie eine Gleichrangigkeit vortäuschen, die es in den wenigsten Konflikten dieser Welt gibt, würde ein Politikwechsel mit einem Stilwechsel beginnen: Sagen, was ist. Soll Israel sich zurückhalten oder der Iran auf einen Gegenschlag verzichten?

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